Neulich hatte ich ein kleines Problem mit meinem Computer. Am liebsten hätte ich es selbst behoben. Doch weil mir das Wissen fehlt, musste ein Experte ran. Ich kann mir vorstellen, dass es Ihnen manchmal ähnlich geht. Zum Beispiel beim Verfassen von Werbebriefen. Wo Sie sich denken: Brauche ich dafür wirklich gleich einen Texter? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Selbstverständlich würde ich mich über Ihren Auftrag für die Erstellung eines Werbebriefes sehr freuen. Aber ebenso gerne unterstütze ich Sie beim Selberschreiben. Also passen Sie jetzt gut auf.
Werbebriefe sind nicht so ganz einfach. Sie folgen eigenen Regeln. Gerade Anfänger tun sich da oft schwer. Aber eine Geheimwissenschaft ist es auch nicht. Am besten fangen Sie damit an, sich in Ihre Zielgruppe hineinzudenken. Denn einen Werbebrief schreiben Sie aus der Sicht des Lesers und nicht aus Ihrer. Was den Leser vor allem interessiert, ist der Nutzen. Also das, was er von Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung hat. Wenn Sie zum Beispiel eine Tischlerei haben, sagen Sie Ihrer Zielgruppe selbstverständlich, wie schön Ihre Tische sind. Aber vergessen Sie nicht zu erwähnen, wie ihn seine Freunde und Verwandten darum beneiden werden. Das ist ein zusätzlicher Nutzen, der vielen Menschen ziemlich wichtig ist. Apropos Mensch: Sprechen Sie Ihre potenziellen Kunden im Brief immer mit „Sie“ oder „du“ persönlich an! Damit kommen Sie ihnen automatisch näher.
Machen Sie nur ein Angebot!
Sie sehen, Emotionen spielen in Werbebriefen eine wichtige Rolle. Dennoch braucht Ihr zukünftiger Kunde auch Fakten, anhand derer er Ihr Angebot beurteilen kann. Liefern Sie ihm deshalb schnelle Antworten auf seine wichtigsten Fragen:
• Was soll ich kaufen?
• Wer bietet es mir an?
• Wer schickt mir diesen Brief?
• Wieviel kostet mich das?
• Gibt es das auch (billiger) bei der Konkurrenz?
Weil ich gerade von Angeboten spreche: Ihr potenzieller Kunde hat keine Lust auf eine inhaltliche Analyse Ihres Briefes. Machen Sie ihm deshalb nur ein Angebot, auch wenn Sie mehr auf Lager hätten. Das würde ihn genauso verwirren und anstrengen wie ein kompliziert geschriebener Text.
Schreibe so einfach wie möglich
Das dumme an Werbebriefen ist, dass sie im Normalfall eher ungern gelesen werden. Ihr Leser hat es meist eilig und außerdem Besseres zu tun. Also kann man schon von Glück reden, wenn er mit einem Auge einen flüchtigen Blick darauf wirft. Ist Ihr Brief länger als eine Seite, wird es dabei bleiben.
Was Sie der Einfachheit halber noch beachten sollten:
• Schreiben Sie kurze Sätze.
• Vermeiden Sie Füll- und Fremdwörter.
• Verwenden Sie kurze Wörter und keine Wortmonster
• Verpacken Sie in einen Satz immer nur einen Gedanken.
• Versuchen Sie aktiv zu schreiben (Passiv-Formen sind langweilig und verführen zu Schachtelsätzen).
• Strukturieren Sie Ihren Brief mit kurzen Absätzen.
• Arbeiten Sie mit Hervorhebungen.
Noch ein letzter Tipp: Machen Sie dem Adressaten Ihres Briefes klar, was er tun soll. Aufforderungen wie „Rufen Sie an“ oder „Bestellen Sie jetzt“ wirken zwar keine Wunder. Sie erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Leser in Ihrem Sinne aktiv wird.
Ich wünsche Ihnen ein gutes Gelingen!
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