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Blick in den Garten

Comments are Closed | 18 Mai, 2021

Was macht ein Texter, wenn er einmal nicht Websites, Folder, Claims etc. textet oder über Kampagnenideen brütet? Ich für meinen Teil schreibe ab und an kurze Geschichten, die mir gerade so einfallen. Neuerdings stelle ich sie auf Story One online, eine Plattform für alle, die was zu erzählen haben. Hier einer meiner letzten Texte für geneigte Nachleser.

Gleich hinter dem weißen Fensterrahmen rutschte der Blick hinunter zur kleinen Terrasse und legt sich auf ihre rötlichen, von der Frühlingssonne erwärmten Terrakotta-Fliesen. Nur ein bisschen ruhen, dachte der Blick kurz hingeworfen. Doch schon ein Augenzwinkern später glitt er entlang der streng symmetrisch verlaufenden und vom Wetter gezeichneten Fugen an den Rand der Terrasse. Bis direkt zur scharfen Kante dieser leicht erhöhten, letzten Bastion häuslich gemauerter Zivilisation vor dem nun einsetzenden Garten. Jetzt war es das Glück des Blicks, dass er – so wie alle anderen seiner Art – von Natur aus vor Schwindel gefeit ist. Nicht aber vor der optischen Anziehungskraft, die ein vernachlässigter Kiesweg auf einen naturverbundenen Blick wie ihn auszuüben vermag.

Deshalb rutschte der Blick von der Terrasse hinunter und streifte über zahllose, gelbe Blüten, die auf kräftigen Pfahlwurzeln tief im Erdreich ankerten. Mag der Löwe der König der Tiere sein, so hat sich hier der Löwenzahn zum Regenten des Kiesweges erklärt. Absolut in seiner Herrschaft, dennoch großzügig zu seinem treuen Gefolge aus Schachtelhalmen, Brennnesseln und Moos. Zusammen mit anderen botanischen Heloten verdichtete sich dieses vermeintliche Unkraut hin zu den Rändern des Kiesweges und ließen ihn fransig mit der Wiese verschwimmen. Diese wunderbare Wiese, die niemals ein Rasen war und zu keiner Zeit unter dem Joch eines kratzigen Rechens oder reißenden Vertikutierers zu leiden hatte. Dann und wann vielleicht eine Sense, so war das in Ordnung. Nur deshalb konnte der Blick nun zwischen vereinzelten Grashalmen hindurch in ein Meer von Klee hineingrundeln. Darüber das vibrierende Bienengesumme in den violetten Schmetterlingsblüten. 

Weil aber ein Blick nicht hören kann, wohl aber sich im Nu woanders hinwerfen, verflüchtigte er sich genauso schnell wie er zuvor im vielfarbigen Grün der Wiese gelandet war. Flugs heftete er sich auf eine still vor sich hin oxidierenden Scheibtruhe, die unter einem der zahlreichen Apfel- und Birnenbäumen des Gartens geduldig stehend ihren Lebenszweck erfüllte. Der bestand gerade darin, mit der rostigen Würde ihres fortgeschrittenen Alters eine Ladung brauner Odel zu fassen. Also jene von Mensch oder Tier hervorgebrachte Verstoffwechslung, die man anderswo als Jauche oder Gülle kennt. Ein faltiger Mann ließ sie laut riechend in einen metallenen Kübel gluckern, um sie dann rund um die Stämme der weiß blühenden Obstbäume zu verteilen. Genau in diesem Moment merkte der Blick, wie sich seine Sicht dieser Dinge plötzlich mit dem alten Odelgeruch vermischte. Wie konnte das sein? Ein Sinn, aber zwei Sinneseindrücke? 

Vielleicht ja, weil es mein Blick war, den ich in meiner Erinnerung in den Garten meiner Großeltern geworfen hatte – verbunden mit der Sehnsucht, noch einmal einen Augenblick dort zu sein. 

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Rainer Rosner

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