In meinem letzten Blogbeitrag habe ich mich damit beschäftigt, wie man Stolpersteinen in der Einleitung elegant ausweicht. In Teil zwei dieser kleinen Serie zum Thema „Reden einfach selber schreiben“ gebe ich Ihnen nun Tipps für den Hauptteil.
Der Hauptteil eines Vortrages darf vor allem eines nicht sein: ungegliedert und somit ein Terrain für Gedankensprünge in alle Richtungen, denen Ihr Publikum nur schwer folgen kann. Behalten Sie deshalb immer Ihr Ziel vor Augen. Also den Zweck, den Sie mit Ihrer Rede verfolgen. Am besten gelingt Ihnen das, wenn Sie sich vor dem eigentlichen Austexten eine Gliederung zurechtlegen. Natürlich kann die Struktur je nach Vortrag variieren. Dennoch kann ich Ihnen einen ganz allgemeinen Vorschlag machen, den Sie einfach an Ihre speziellen Erfordernisse anpassen.
Analysieren Sie den Status-quo
Schildern Sie die Situation, von der Sie ausgehen bzw. elaborieren Sie die aktuelle Lage. Tun Sie das präzise ohne Ausschweifungen, die Ihre Zuhörer nur ermatten. Dringen Sie zum Kern der Sache vor – oder wie die Amerikaner sagen würden: zum Beef in the Burger. Steigern Sie die Aufmerksamkeit und Betroffenheit Ihrer Zuhörer, indem Sie das Thema auf die Situation Ihres Publikums herunterbrechen. Ein Beispiel: Reden Sie in Vorarlberg über die Ihrer Meinung nach suboptimale Förderlandschaft für Start-ups in Österreich, dann sollten Sie auch Zahlen, Daten und Fakten aus Vorarlberg in Ihren Vortrag einbauen. So steigern Sie die Aufmerksamkeit bzw. Betroffenheit der Menschen, die Ihnen zuhören. Denn wer sich als Zuhörer verstanden und angesprochen fühlt, wird Ihnen und Ihren Gedanken bereitwilliger folgen.
Legen Sie verschiedene Ansichten dar
Danach könnten Sie verschiedene widersprechende Meinungen zur weiteren Entwicklung der Förderlandschaft gegenüberstellen und sie nach Vor- und Nachteilen abklopfen. Dadurch erhöhen Sie das Problembewusstsein bei Ihrer Zuhörerschaft und damit die Bereitschaft, die von Ihnen präsentierten Thesen und Lösungsvorschläge zum Thema zu akzeptieren. Beachten Sie dabei, dass es dabei nicht nur um Information geht, sondern immer auch Emotion eine wichtige Rolle spielen. Lassen Sie Ihr Publikum mitfühlen. Beschreiben Sie also nicht nur die unzulängliche Förderlandschaft für Start-ups, sondern verdeutlichen Sie die Auswirkungen anhand eines konkreten Beispiels. Zeichnen Sie ein Bild davon, wie Ihre Lösungsansätze in diesem konkreten Fall positiv wirken würden. Also was Sie tun würden, um eine Verbesserung herbeizuführen. Womit wir auch schon bei Teil drei des Hauptteils wären.
Präsentieren Sie Ihre Lösungen
Haben Sie nur einen Lösungsvorschlag, denn skizzieren Sie, auf welchem Weg er zum Ziel führt und welche Vorteile bringt. Oder anders gesagt: Präsentieren Sie eine schlüssige Beweisführung. Präsentieren Sie mehrere Lösungen, dann bitte nicht zu viele. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten, weil Ihrer Zuhörer sonst den berühmten roten Faden verlieren. Ganz wichtig noch im Hauptteil ist in solchen Fällen auch eine abschließende Zusammenfassung, in der Sie Ihre Lösungsansätze nochmals „namentlich“ kurz aufzählen. Abschließender Tipp: Bedenken Sie bitte immer, dass die Aufmerksamkeitsdauer des Publikums endend wollend ist. Halten Sie also auch den Hauptteil so lang als notwendig, aber so kurz wie möglich. Noch eine Motivationshilfe dafür zum Schluss. Die berühmte und heute als rhetorisches Meisterwerk gepriesene Gettysburg-Rede von Abraham Lincoln dauerte genau … 2 MINUTEN.
Im dritten Teil dieser Miniserie werde ich Ihnen Tipps für den perfekten Abschluss Ihrer Rede geben. Sollten Sie nicht so lange warten wollen, rufen Sie mich einfach an oder schreiben ein Mail.


